Kreislaufwirtschaft

Blogbeitrag

Kreislaufwirtschaft 2026: Wie Deutschlands & Österreichs Entsorger die neuen Vorschriften meistern

Die Entsorgungs- und Recyclingbranche in Deutschland und Österreich steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Angetrieben durch ambitionierte EU-Ziele und neue nationale Gesetze, die 2025 und 2026 in Kraft treten, wird die Kreislaufwirtschaft zur neuen Realität. Für Unternehmer bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: Sie müssen immer strengere Compliance-Anforderungen erfüllen und gleichzeitig ihre betriebliche Effizienz sichern. In diesem Umfeld ist die Digitalisierung kein Trend mehr, sondern der entscheidende strategische Hebel für Zukunftsfähigkeit und Wachstum.

Die Zeit der einfachen Abfallentsorgung ist vorbei. Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie in Deutschland, das neue Einwegpfand in Österreich und verschärfte Trennvorschriften in beiden Ländern erhöhen den Druck massiv. Doch in diesen Herausforderungen liegen auch enorme Chancen. Unternehmen, die jetzt auf digitale Prozesse und Datentransparenz setzen, sichern sich nicht nur gegen Compliance-Risiken ab, sondern erschließen auch neue Wertschöpfungspotenziale in einer Wirtschaft, die zunehmend auf Sekundärrohstoffe setzt.

Warum Kreislaufwirtschaft jetzt zur Priorität wird

Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist mehr als eine regulatorische Pflicht – er ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Digitalisierung und grüne Transformation benötigen eine Vielzahl kritischer Rohstoffe, deren Versorgung durch geopolitische Spannungen zunehmend gefährdet ist. Gleichzeitig konzentrieren sich die Bezugsquellen vieler strategischer Materialien auf wenige Anbieter, was Versorgungsengpässe zu einem realen Risiko macht [7].

Die Kreislaufwirtschaft bietet hier einen Ausweg. Durch hochwertige Recyclingprozesse und die intelligente Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen können Unternehmen zur Versorgungssicherheit beitragen und gleichzeitig ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken. Doch dafür braucht es mehr als guten Willen – es braucht präzise Daten, transparente Prozesse und digitale Systeme, die diese Transformation ermöglichen.

Deutschland zieht die Zügel an: Von der NKWS bis zur Bioabfallverordnung

Deutschlands Weg in eine zirkuläre Zukunft wird durch eine Reihe neuer Strategien und Verordnungen geebnet. Unternehmen müssen sich auf folgende Kernpunkte einstellen, die eine präzise Datenerfassung und lückenlose Dokumentation erfordern:

Kreislaufwirtschaft mit Abfallverarbeitung
Kreislaufwirtschaft 2026: Wie Deutschlands & Österreichs Entsorger die neuen Vorschriften meistern 4
Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)

Halbierung des Primärrohstoffverbrauchs bis 2045. Fokus auf Produktdesign, längere Nutzungsphasen, Reparierbarkeit und Kreislaufführung von Baustoffen, Textilien und Industriemetallen [1].

Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)

Strenge Getrennthaltungspflichten und hohe Recyclingquoten für Gewerbe- sowie Bau- und Abbruchabfälle. Eine Novelle zur weiteren Verschärfung ist für Juli 2026 geplant [2].

Bioabfallverordnung

Der Kunststoffanteil in Bioabfällen darf **maximal 0,5 %** betragen (zuvor 1 %). Anlagenbetreiber müssen Fremdstoffe prüfen und bei Überschreitung Gegenmaßnahmen ergreifen [3]. Seit 1. Mai 2025.

Die NKWS setzt einen klaren Rahmen: Bis 2045 soll der Primärrohstoffverbrauch pro Kopf halbiert werden. Das bedeutet konkret, dass Entsorgungsunternehmen zu zentralen Akteuren der Ressourcenwirtschaft werden. Sie liefern nicht mehr nur Entsorgungsdienstleistungen, sondern hochwertige Sekundärrohstoffe, die in der Produktion wieder eingesetzt werden können.

Österreich im Wandel: Pfandsystem, Sammelreform und grüne Logistik

Österreich setzt seit 2025 auf eine Vereinheitlichung der Sammelsysteme und neue Anreize, um die Recyclingquoten zu steigern. Gleichzeitig werden die Vorgaben für den Transport und die Verwertung von Abfällen verschärft:

Einwegpfandsystem

Ein Pfand von 0,25 € auf PET-Flaschen und Dosen (0,1 bis 3 Liter) soll die EU-Sammelquote von 90 % bis 2029 sicherstellen und verändert die Materialströme grundlegend [4].

Vereinheitlichte Sammlung

Die österreichweite Sammlung von Kunststoff- und Metallverpackungen im „Gelben Sack“ oder der „Gelben Tonne“ hat bereits zu 4 % mehr Sammelmenge geführt und standardisiert die Logistik [5].

Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) ab 2026

Abfalltransporte über 10 Tonnen müssen stufenweise auf die Schiene verlagert werden (ab 1.1.2026 bereits ab 100 km Distanz), was eine optimierte Transportplanung erfordert [6].

Die Kombination aus neuen Sammelsystemen und strikten Transportvorschriften verlangt nach einer hochflexiblen und effizienten Logistik- und Prozesssteuerung, die ohne intelligente digitale Unterstützung kaum zu bewältigen ist.

Datenanalyse auf einem Tablet anzeigen
Kreislaufwirtschaft 2026: Wie Deutschlands & Österreichs Entsorger die neuen Vorschriften meistern 5

Gestalten Sie die Zukunft aktiv mit!

Die regulatorischen Anforderungen in Deutschland und Österreich werden weiter zunehmen. Unternehmen, die jetzt proaktiv in eine einheitliche digitale Plattform investieren, sichern sich nicht nur gegen Compliance-Risiken ab, sondern schaffen auch die Grundlage für ein effizienteres, profitableres und nachhaltigeres Geschäftsmodell.
Die Kreislaufwirtschaft ist keine Belastung, sondern eine Chance. Sie ermöglicht es, sich von volatilen Rohstoffmärkten unabhängiger zu machen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und zur Versorgungssicherheit beizutragen. Doch diese Chance können nur jene nutzen, die über die richtigen digitalen Werkzeuge verfügen.

Warten Sie nicht, bis die Vorschriften Sie zum Handeln zwingen. Gestalten Sie den Wandel aktiv mit. Kontaktieren Sie uns noch heute, um zu erfahren, wie Cirucuflow Ihr Unternehmen fit für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft macht.

Quellen:

[1] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). (2024). *Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)*. Abgerufen von https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreislaufwirtschaftsstrategie

[2] Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen. (o. D.). *Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) – Änderungen 2026*. Abgerufen von https://www.ihk.de/rheinhessen/innovation-umwelt/umwelt/abfallwirtschaft/gewerbeabfallverordnung-gewabfv–3433792

[3] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). (2025). *Weniger Kunststoffe im Bioabfall ab Mai 2025*. Abgerufen von https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/weniger-kunststoffe-im-bioabfall-ab-mai-2025

[4] oesterreich.gv.at. (2025). *Seit Jänner 2025: Neues Pfandsystem in Österreich*. Abgerufen von https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/umwelt_und_klima/klima_und_umweltschutz/einwegpfandsystem

[5] ARA – Altstoff Recycling Austria AG. (2024). *Sammelumstellung 2025 – Alle Details im Überblick*. Abgerufen von https://www.ara.at/news/sammelumstellung-2025-alle-details-im-ueberblick

[6] Wirtschaftskammer Österreich (WKO). (2024). *Abfalltransporte auf der Schiene ab 1.1.2024*. Abgerufen von https://www.wko.at/ktn/umwelt/abfalltransporte-auf-der-schiene-ab-1.1.2024

[7] Daheim, C., Jöster-Morisse, C., Störmer, E., Trier, E., Wintermann, B., & Wintermann, O. (2024). *Kreislaufwirtschaft in Deutschland und der EU: Positionen und Perspektiven*. Bertelsmann Stiftung. DOI: 10.11586/2025003

Share this

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert